Der Subohm Irrtum

In diesem Beitrag geht es darum warum der elektrische Widerstand (Ohm) nichts mit der Dampfleistung zu tun hat, Subohm oft unnötig ist, und welche Vorteile es hat dünnere Drähte zu verwenden.

 

 

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Inhalt

Subohm ist cool

Nee, Subohm ist eigentlich eine Krücke. Nahe am Kurzschluss zu dampfen ist ein Notbehelf der vor Jahren aus der Ecke der mechanischen Akkuträger „erfunden“ wurde um aus den gängigen Dampfakkus sehr hohe Watt-Leistungen entnehmen zu können. Da Li-Ionen-Akkus nur kleine Spannungen liefern (~3,0 – 4,2 Volt) sind sehr hohe Watt-Leistungen nur bei sehr niedrigen Widerständen möglich (physikalisch begründet).

Die Gleichung Subohm = bessere Dampfleistung ist zwar weit verbreitet, aber grundsätzlich falsch.

Denn: Der Widerstand einer Wicklung sagt nichts über die Watt-Leistung, geschweige denn etwas über die Dampfleistung aus. Leider GAR nichts. 🙂

Die Dampfleistung einer Wicklung…

…wird im wesentlichen bestimmt durch:

  • Watt-Leistung
    Die Watt-Leistung ergibt sich aus der Ausgangsspannung des Akkuträgers und dem Widerstand der Wicklung.
  • Oberfläche der Wicklung
    Zuwenig kann bei hohen Leistungen schlechten Geschmack verursachen.
  • Nachfluss
    Kann das Liquid nicht schnell genug zur Wicklung fließen wird es weniger Dampfen, bis hin zu schlechtem Geschmack, bis hin zum Kokeln. Je höher die Watt-Leistung desto besser muss der Nachfluss funktionieren.
  • Luftzug
    Die Menge/Geschwindigkeit der an der Wicklung vorbeiströmenden Luft. Offene Verdampfer (open draw) die man mit niedrigem Zugwiderstand direkt auf Lunge dampfen kann sind für die ganz dicken Wolken unumgänglich, und viel wichtiger als der Faktor „Watt“.

Elektronisch ungeregelt / geregelt

Weil das Dampfernetz von Subohm ganz vollgenebelt ist glauben viele Einsteiger sie müssten auch unbedingt Subohm wickeln um riesige Dampfwolken zu produzieren. Bei ungeregelten Akkuträgern (mechanische Akkuträger) stimmt das auch. Doch Einsteiger sollten damit sowieso nicht ihre ersten Schritte tun.

Bei elektronisch geregelten Akkuträgern (wo man die Leistung einstellen kann) können praktisch alle aktuellen Geräte hohe Watt-Leistungen auch bei höheren Widerständen ausgeben. Das liegt daran das die Akkuträger höhere Spannungen als früher generieren können. Zum Beispiel können selbst die schon betagten iStick 30W / iStick 50W ihre Maximalleistung bei bis zu 2,1 Ohm ausgeben. Es besteht also vielfach gar kein Zwang mehr seine Wicklung extrem niederohmig zu gestalten. Und elektrisch gesehen ist Subohm eher nachteilig, da Leistung an den Übergangswiderständen verloren geht.

Es ist nun aber auch nicht so das man gar nicht Subohm wickeln „darf“. Je nach Wicklung kann es auch mal sein das man im Subohm-Bereich landet und das ist auch nicht schlimm, nur eben komplett unnötig um dicke Wolken zu machen.

 

Kennste? Kennste? 🙂
   • Verdampfer Datenbank
   • Verdampferkopf Datenbank

Warum die Hersteller Subohm machen

  1. Die Hersteller verkaufen verständlicherweise jene Produkte von denen die Kunden glauben das sie sie brauchen. Die würden Dir auch 200 Watt Boxen verkaufen, wenn Du glaubst das man sowas braucht. Ach hoppala, die gibt’s ja schon. 😆 Wenn die Kunden schon freiwillig glauben das Subohm ein Muss ist dann werden die Hersteller die letzten sein Dich aufzuklären. 😀 Jeder Hype bringt Taler in die Kasse, sei es Subohm, Watt-Wahn, VC Verdampferköpfe, oder das nun jeder Verdampfer per top fill befüllbar sein muss, auch solche die dabei aufgrund ihrer Bauweise zwangsläufig inkontinent sind…
     
  2. Subohm heißt in der Regel = dicker Draht. Und Wicklungen mit dickem Draht sind viel einfacher zu produzieren da sie stabiler/unempfindlicher sind. Jeder Hersteller möchte möglichst hohen Gewinn = geringen Ausschuss in der Produktion haben. Das solche Wicklungen bei „normaler“ Watt-Leistung träge sind ist für den Hersteller zweitrangig – das kann der Kunde dann ja mit einem neuem Akkuträger kompensieren, oder mit Temperaturkontrolle.  😛 

Alternative: Dünnere Drähte

Fast immer gibt es bessere Wicklungsalternativen zu den Subohm-„Dickdrahtwicklungen“:

  • Einen dünneren Draht mit mehr Windungen verwenden. Dabei wird die Wicklung nicht nur hochohmiger, sondern sogar ziemlich genau die gleiche Gesamtbreite beibehalten. Es sind zwar mehr Windungen, aber jede einzelne Windung ist ja auch dünner. Zudem hat mehr Drahtfläche Kontakt zum Docht, und die Wendel liegen besser im Saft da sich nicht so hoch sind.
  • Dünnen Draht parallel oder verdrillt (twistet) wickeln. Dazu mehr bei „In nackten Zahlen„…

Vorzüge von dünneren Drähten

  • Mehr Verdampfungsfläche = Gleiche Dampfmenge bei weniger Temperatur und besserem Geschmack.
  • Mehr Verdampfungsfläche = Verbreiterung des sweet spot Bereichs. Die Wicklung reagiert nicht so empfindlich auf hohe Watt-Leistungen (die werden dadurch aber nicht unbedingt sinnvoller). 😉
  • Weniger Drahtmasse = Geringere Trägheit der Wicklung.
    Die Wicklung beginnt schneller zu dampfen und hört auch schneller zu dampfen auf wenn man den Feuertaster loslässt, d.h. das Liquid köchelt und dampft nach dem Zug nicht noch mehrere Sekunden vor sich hin (ganz extrem bei Clapton Coils).
    Viele Dampfer dampfen (oft unbewusst) nur deshalb mit hoher Leistung damit sie die Trägheit der Wicklung kompensieren. Wer wartet schon gern 2 Sekunden oder länger bis die Wicklung zu dampfen beginnt…
    Ist die Wicklung aber erstmal warm genug, dann ist die viele Leistung gar nicht mehr nötig um viel Dampf zu erzeugen! Dies ist zB wunderbar beim Dampfen mit Temperaturkontrolle zu beobachten, bei der die Akkuträger die Watt-Leistung sehr drastisch reduzieren, sobald die Wicklung ihre Ziel-Temperatur erreicht hat.

In nackten Zahlen

Ein paar Beispielewelche die jeweiligen Vorteile in Zahlen verdeutlichen sollen. Ich habe hier 0,40er mit 0,20er Draht verglichen, einfach weil 0,40 populär ist und 0,20 genau die Hälfte ist. 😉

Grün = positiver Unterschied zu der 0,40er Wicklung mit 0,5 Ohm:

  0,5 Ohm 1,8 Ohm 1,0 Ohm 1,5 Ohm 1,5 Ohm 2,0 Ohm
Draht Durchmesser &
Wickelart
0,40 0,26 2x 0,20
Parallel
2x 0,20
Parallel
2x 0,20
Drill
2x 0,20
Drill
Oberfläche mm2 66 68 66 102 101 137
Masse mg 60 39 30 45 45 60
Breite mm 2,4 2,8 2,9 4,5 2,9 3,9
Watt 20 20 20 20 20 20
Heat Flux 276 279 276 184 184 138
  • Bei der 1,8 Ohm Wicklung habe ich nichts verdrillt, sondern ganz einfach nur 0,26er statt 0,40er Draht genommen, ein paar mehr Windungen gemacht, komme damit auf die gleiche Oberfläche – und spare 1/3 der Masse, wodurch die Wicklung schon etwas agiler wird.
  • Die 1,0 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20er Draht parallel gewickelt, hat ebenfalls die gleiche Oberfläche, und sogar nur die Hälfte der Masse der 0,5 Ohm Wicklung.
  • Die 1,5 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20 Draht parallel gewickelt, erhöht die Oberfläche gegenüber der 0,5 Ohm Wicklung um 50%. Trotzdem hat sie noch 1/4 weniger Masse. Sie ist mit 4,5 mm gute 2 mm breiter als die 0,5 Ohm Wicklung, wird aber in die allermeisten Verdampfer ohne Probleme passen (passt sogar in Kanger SOCC Köpfen 😉 ).
  • Die zweite 1,5 Ohm Wicklung, mit 2x 0,20er Draht verdrillt gewickelt, ist von den Daten gleich zur vorigen, aber wieder ähnlich breit wie die anderen Wicklungen. Wenn man’s denn unbedingt schmal mag.
  • Die letzte Wicklung, 2 Ohm und 2x 0,20er verdrillt, hat zur 0,5 Ohm Wicklung die gleiche Masse, aber mal gleich die doppelte Oberfläche…

Die Beispiele in der Tabelle sind exemplarisch um das Prinzip „dünner ist besser“ zu verdeutlichen. Wenn Du mit 0,30 Draht arbeitest dann wirst Du mit entsprechend dünnerem Draht die gleichen positiven Effekte haben, nur nicht so krass wie wenn man von 0,40er oder noch dickeren Drähten kommt.

Echt cool 🙂

Die Wärmeabstrahlung (bei identischer Watt-Leistung) ist bei Wicklungen mit größerer Oberfläche pro Quadratmillimeter geringer. Jeder einzelne Quadratmillimeter produziert für sich nun weniger Dampf – dafür gibt es aber auch mehr von den freundlichen Quadratmillimetern, die dies Schulter an Schulter kompensieren. Die Verdampfungstemperatur sinkt, mit dem Effekt das der Geschmack weicher und runder wird.

Wolle Rose kaufen?   Oder lieber Dampfer Zubehör?

Fazit

Es gibt zu Subohm-Dickdraht-Wicklungen Alternativen, welche neben dem höhere Ohm-Wert noch ganz andere positive Eigenschaften auf das Dampferlebnis haben.

Und wer mit sehr hohen Watt-Leistungen dampfen möchte, dem würde ich empfehlen sich zunächst mit seinem Akkuträger auseinandersetzen, in welchem Widerstandsbereich die gewünschte Watt-Leistung ausgegeben werden kann. Möglicherweise ist man gar nicht auf träges heißes Dickdraht-Subohm angewiesen und kann stattdessen Wicklungen bauen die reaktionsfreudiger und cooler sind, im Wortsinn… 🙂

Links

  • Wickelzubehör
    • Ohm-Meter Coil Master Tab 521: AM | FT | GB(Clone)
    • Ohm-Meter GeekVape Tab 521 Mini: FT | GB | AM
    • Wickel-WerkzeugsetAM | FT | GB
    • Watte Pads „Koh Gen Do“: AM | FT | GB
    • 350 DampfertaschenFT
    • Viel mehr gutes Zubehör im Beitrag Dampfer Zubehör

Draht-Übersicht / Bezugsquellen / Drill-Tipps

Im Folgenden eine Übersicht über diverse Drähte mit Angabe der Masse, Oberfläche und des Widerstands. Die Angaben sind immer auf eine 7 cm lange Wicklung gerechnet, zur direkten Vergleichbarkeit.
Im wahren Leben sind 20-25 mg Masse schön agil, mit mehr Masse wird’s immer träger.

Um Wicklungen zu planen sei hier auch noch der Steam Engine Wicklungsrechner empfohlen, sehr nützlich: Wicklung planen mit der Steam Engine

Die Bezugsquellen gehen alle zu FastTech. GearBest hat aber auch jede Menge davon. Bei beiden ohne Versandkosten.

Fertig verdrillte Drähte:

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Meter Quelle Anmerkung
2 x 0,20
Kanthal A1
31 mg / 81 mm2 / 1,61Ω 10 FastTech  
3 x 0,16
Kanthal A1
30 mg / 98 mm2 / 1,68Ω 10 FastTech Taucht watt. 🙂
Tip: Auf 1,3Ω wickeln,
immer noch sehr viel
Oberfläche und sehr agil.
4 x 0,16
Kanthal A1
40 mg / 130 mm2 / 1,26Ω 10 FastTech  

4 x 0,12

 

22 mg / 98 mm2 / 2,2Ω     Keine Quelle gefunden.
Wer eine kennt…

Drähte für normale Wicklungen (mit einem Draht wickeln):

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Meter Quelle Anmerkung
0,30 Titan Gr1 23 mg / 66 mm2 / 0,5Ω 10 FastTech Aufgrund des geringen Gewichts,
der Sportwagen unter den Drähten.
Wickelt sich auch so zickig. 😉
0,30 Kanthal A1 37 mg / 66 mm2 / 1,5Ω 30 FastTech Agiler als 0,40.
0,30 SS
V4A / 316L
42 mg / 65 mm2 / 0,8Ω 10 FastTech Etwas schwerer als Kanthal,
sehr gutmütig zu wickeln. Für Wickeleinsteiger sehr empfehlenswert.
0,25 Kanthal A1 26 mg / 55 mm2 / 2,2Ω 10 FastTech Sehr agil im Vergleich
zu 0,40.
0,25 Titan Gr1 16 mg / 55 mm2 / 0,7Ω 10 FastTech Aufgrund des geringen Gewichts,
das Kart unter den Drähten.

Einzelne Drähte zum verdrillen:

Draht Masse / Fläche / Ohm
(auf 7 cm Länge)
Meter Quelle
0,20 Kanthal A1 ** 10 FastTech
0,20 Kanthal A1 ** 50 FastTech
0,16 Kanthal A1 ** 10 FastTech
0,16 Kanthal A1 ** 30 FastTech
0,12 Kanthal A1 ** 10 FastTech

** Ist abhängig davon wieviele Drähte man miteinander verdrillt. Im Voraus berechenbar in Steam Engine: Wicklung planen mit der Steam Engine

Tipps für Einsteiger

Ich persönlich nehme bei verdrillten Wicklungen gern 0,16er oder kleiner, empfehle das aber nicht für Anfänger, weil dann Frust eher vorprogrammiert ist. Ein Gasbrenner zum Ausglühen der Wicklung nach den Drillen und VOR dem Wickeln ist bei Drill-Wicklungen auch keine schlechte Idee, besonders je dünner die beteiligten Drähte sind. Drills haben mehr Eigenleben als Single-Draht. Heiß-kalter Tipp: Nach dem Glühen in kaltes Wasser halten, dann behält die Wicklung besser ihre Form. Bei Drähten unter 0,16 empfiehlt es sich ggf. die Wicklung noch mal auf der Wickelhilfe straff zu ziehen, zu glühen, und in kalt Wasser abzuschrecken.

„MTL Starterwicklung“

2 x 0,16 verdrillen und das auf 2,5 Ohm gewickelt, ergibt 20 mg Masse und 65 mm2 Oberfläche und ist eine schöne MTL-Wicklung die ab ca. 7 Watt supi dampft. Deutlich mehr geht natürlich auch.

„DTL Starterwicklung“

Für DTL / open draw, und etwas mehr Leistung kann es auch 0,20er sein – der ist einfacher zu wickeln. Auf 1,8 Ohm gewickelt ergibt das 35 mg Masse und 91 mm2 Oberfläche. Ab ca. 15 lumpigen Watt geht der Spaß los, und deutlich mehr geht logischerweise auch wieder.

Der tatsächliche Widerstand hängt relativ stark davon ab wie stark man den Draht verdrillt. Die beiden obigen Beispiele sind recht schwach verdrillt.

Wenn Dir der Beitrag geholfen hat freue ich mich über einen Kommentar, oder teile ihn gern:


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